PRAXIS FÜR KARDIOLOGIE UND ANGIOLOGIE
JANSEN - PROBST - REISDORFF - GEIMER - COLL
Untersuchungen
TEE (Schluckultraschall des Herzens)
Als transösophageale Echokardiographie wird die Ultraschalluntersuchung des Herzens durch die Speiseröhre
(Ösophagus) bezeichnet. Der kleine Ultraschallkopf befindet sich in der Spitze einer biegsamen Schlauchsonde,
die durch den Mund über den Rachen in die Speiseröhre eingeführt wird. Hier liegt sie unmittelbar
hinter dem Herzen in idealer Schallposition. Dies ermöglicht die Verwendung besonders hochfrequenter Sonden mit
sehr guter Auflösung für eine ausgezeichnete Bildqualität mit verbesserter Detailerkennung des
Herzens sowie der großen angrenzenden Gefäße. Diese Methode ist sehr hilfreich, wenn die übliche
Ultraschalluntersuchung des Herzens von außen (Echokardiographie) durch die Brustwand keine ausreichende
Diagnose gestattet wie z.B. bei sehr schlechten Schallverhältnissen von außen. Oft besteht die
Notwendigkeit, bestimmte Herzklappenstrukturen genau darzustellen (z.B. bei Herzklappenentzündung -
Endokarditis, Papillarmuskelabriss) oder im Rahmen der Suche nach Emboliequellen (bei Schlaganfall oder vor einer
Elektrokardioversion) das linke Herzohr, eine Struktur im linken Vorhof, die von außen nicht zu beurteilen ist,
genau darzustellen, um mögliche Gerinnsel zu erkennen. Nach Gabe eines Kontrastmittels in die Vene können
mögliche Öffnungen, insbesondere in der Vorhofscheidewand, genau dargestellt werden, die ohne Behandlung
das Risiko des Übertritts von Gerinnseln mit der Folge von Schlaganfällen beinhalten (diese sog.
Vorgofseptumdefekte können mittlerweile kathetertechnisch unter TEE-Kontrolle verschlossen werden).
Durchführung der TEE - Die Ultraschalluntersuchung des Herzens durch die
Speiseröhre ist ein risikoarmes Verfahren und wird in der Praxis durchgeführt. Vor der Untersuchung
müssen Sie 5 Stunden nüchtern bleiben. Zu Beginn, vor Einführen des Instrumentes, wird der
Rachenraum mit einem Spray betäubt. Eine Beruhigungsspritze kann Ihnen bei Wunsch gegeben werden.
Herausnehmbarer Zahnersatz wird entfernt und es wird ein Beissring zum Schutz der Ultraschallsonde und zur Vermeidung
von Verletzungen des Untersuchers platziert. Die Untersuchung dauert ca. 5 bis 10 Minuten und erfolgt in
Linksseiten-Lage oder im Sitzen. Sie ist nicht schmerzhaft. Besonders beim Einführen des Gerätes in die
Speiseröhre kann es zu Würgereiz und verstärktem Speichelfluss kommen. Die Atmung ist nicht
behindert. Nach der Untersuchung soll bis zum Abklingen der örtlichen Betäubung des Rachens (etwa nach
einer Stunde) keine Speisen oder Getränke aufgenommen werden, da es sonst zur Aspiration (Verschlucken) kommen
kann. Über weitere Details werden sie im vorbereitenden ärztlichen Gespräch informiert.
Mögliche Risiken - Die TEE kann als risikoarme Untersuchung bezeichnet
werden. Schwerwiegende Komplikationen, Verletzungen der Speiseröhre, sind nur in vereinzelten Fällen
beschrieben worden (bei Speiseröhrenerkrankungen ist die Untersuchung unter Umständen kontraindiziert,
d. h. nicht erlaubt). Ebenfalls sehr selten sind Blutungen, Bronchospasmus (Verengung der Bronchien mit Atemnot),
Herzrhythmusstörungen oder Angina pectoris (abhängig vom Schweregrad einer zugrunde liegenden
Herzerkrankung).
Praxis für Kardiologie und Angiologie - Arrenberger Str. 20 - Haus 3 (Auf dem Gelände des Herzzentrums) - 42117 Wuppertal
Tel.: ++49 (0) 202-739545-0 - Fax: ++49 (0) 202-300144 - Email:
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