Das heutzutage am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Behandlung von Verengungen der Herzkranzgefäße ist die Ballonaufdehnung, meist kombiniert mit dem Einsetzen eines Stents. Die Ballonaufdehnung wird auch PTCA genannt ( perkutane transluminale coronare Angioplastie). Dabei führt man durch den Herzkatheter zunächst einen feinen Draht über die Engstelle der Herzkranzader hinweg. Über den liegenden Draht wird dann der vorher genau ausgesuchte Ballonkatheter, der noch nicht entfaltet ist, bis zur Engstelle vorgeführt. Dies wird durch die Röntgendurchleuchtung genau gesteuert. Anschliessend erfolgt die Aufdehnung des Ballonkatheters unter Verwendung einer mit Kontrastmittel und Kochsalz gefüllten Hochdruckspritze mit Drücken, die meist zwischen 10 und 20 bar liegen ( zum Vergleich: der Druck in Autoreifen liegt meist um 2 bar). Hierduch wird die Gefäßablagerung, die zur Verengung geführt hat, in die Wand gedrückt. Nach Ablassen des Kochsalz-Kontrastmittelgemisches aus dem Ballon wird der Ballon zurückgezogen.

Meist wird anschliessend noch eine Gefäßstütze aus Edelmetall (Stent) an dieser Stelle eingebracht. Die Stents sind auf einen Ballon aufmontiert und werden mit diesem durch den Katheter vorgeschoben, dann erfolgt die Aufdehnung des Ballons, wie oben beschrieben. Dabei entfaltet sich der Stent, er wird dabei in die Gefäßwand gedrückt. Der Ballon wird anschliessend wieder entleert und zurückgezogen, der Stent bleibt in der Gefäßwand dauerhaft liegen. Hierduch wird meist ein langfristig besseres Ergebnis erreicht als mit dem Ballonkatheter allein.

Nach Erweiterung einer Herzkranzarterie ist immer eine medikamentöse Nachbehandlung erforderlich, nach Stentimplantation in der Regel mit Aspirin (ASS) und Clopidogrel (Plavix) zur Vermeidung einer Gerinnselbildung im Stent. Diese Therapie sollte nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt oder Kardiologen verändert werden.