PRAXIS FÜR KARDIOLOGIE UND ANGIOLOGIE
JANSEN - PROBST - REISDORFF - GEIMER - COLL
KARDIOLOGIE
Verhalten beim Herzinfarkt - jede Minute zählt!
Herzinfarkt bedeutet Lebensgefahr. Alarmieren Sie bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort den Rettungsdienst mit Notarzt
(112). Der Infarkt kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen und führt zum Untergang von
Herzgewebe. Jeder dritte Mensch mit einem Herzinfarkt stirbt, bevor er die rettende Klinik erreicht. Deshalb muss
sofort reagiert werden. Die schnelle Behandlung in der Klinik bewahrt das Herz vor schweren Schäden.
Vorausgesetzt: Betroffene oder Angehörige alarmieren umgehend den Rettungsdienst. Keine Scheu vor Fehlalarm.
Niemand ruft gern den Rettungsdienst. Deshalb warten viele Menschen erst einmal ab, ob die Beschwerden wieder von
allein verschwinden. Doch genau das ist beim Verdacht auf Herzinfarkt falsch. Warten hat in dieser
lebensgefährlichen Situation nichts zu suchen!
Bei Verdacht auf Herzinfarkt gibt es nur eins - Sofort den Rettungsdienst: 112 oder die örtliche Notrufnummer.
So vermeiden Sie Fehler! - In dieser Situation Ruhe zu bewahren, ist leichter
gesagt als getan. Auf Folgendes sollten Sie achten: Nicht warten! Viele Patienten zögern vor allem in der Nacht
und am Wochenende, den Rettungsdienst zu rufen. Niemals in der Nacht auf den Morgen warten, niemals am Samstag oder
Sonntag auf den Montag. Rettungswagen alarmieren und Verdacht auf Herzinfarkt äußern. Bei einem
Herzinfarkt geht es nicht um einen ärztlichen Rat oder eine normale Behandlung, die Stunden Zeit hat. Beim
Herzinfarkt zählt jede Minute. Ohne Zeitverzögerung müssen Betroffene ins rettende Krankenhaus
gebracht werden. Sie verlieren wertvolle Zeit, wenn Sie zunächst beim Hausarzt oder bei Verwandten oder
Nachbarn anrufen. Wählen Sie 112! Wenn Sie die 112 oder die örtliche Notrufnummer anrufen, äußern
Sie sofort den Verdacht auf Herzinfarkt, dann wird Ihnen umgehend ein Rettungswagen geschickt. Dieser ist mit einem
Defibrillator ausgestattet, mit dem die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) beendet
werden können. Sagen Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer für
Rückfragen. Beim Notruf nicht vorzeitig auflegen. Immer wieder gehen bei Leitstellen Notrufe ein wie:
"Kommen Sie sofort, mein Mann/meine Frau ist zusammengebrochen", und ohne die Adresse anzugeben, wird der
Hörer eingehängt. Folglich weiß der Rettungswagen nicht, wohin er fahren soll. Warten Sie daher
immer ab, ob noch Rückfragen kommen. Das Gespräch beendet die Leitstelle. Ärztlicher Notfalldienst
ist kein Rettungsdienst! Immer wieder führt der Name "ärztlicher Not- bzw. Bereitschaftsdienst"
zu Missverständnissen. Dabei handelt es sich nicht, wie viele annehmen, um den Notarzt im Rettungswagen,
sondern um einen Dienst, der an Wochenenden und Feiertagen oder auch nachts den Hausarzt ersetzt, z. B. wenn bei
Grippe oder schwerer Migräne ärztliche Hilfe benötigt wird. Es dauert oft lange, bis der
ärztliche Bereitschaftsdienst kommen kann und wenn er eintrifft, kann er nur die 112 alarmieren. Deshalb diesen
Umweg meiden und direkt die 112 wählen. Nicht mit dem Auto in die Klinik Menschen mit einem Herzinfarkt lassen
sich immer wieder von Freunden, Bekannten oder Verwandten ins Krankenhaus fahren. Mancher Betroffene setzt sich
sogar selbst ans Steuer. Das sollte man auf keinen Fall tun! Tritt das lebensbedrohliche Kammerflimmern auf, kann
nur der Defibrillator helfen, mit dem jeder Rettungswagen ausgestattet ist. Außerdem: Bereits zu Hause wird
der Patient vom Rettungsdienst versorgt und wenn er im Rettungswagen eingeliefert wird, setzt in der Regel die
Therapie schon im Rettungswagen, spätestens aber in der Klinik wesentlich schneller ein. Nur die Patienten, die
schnell kommen, profitieren von den Fortschritten der modernen Infarkttherapie mit in erster Linie Ballondilatation
(manchmal auch Lysetherapie).
Praxis für Kardiologie und Angiologie - Arrenberger Str. 20 - Haus 3 (Auf dem Gelände des Herzzentrums) - 42117 Wuppertal
Tel.: ++49 (0) 202-739545-0 - Fax: ++49 (0) 202-300144 - Email:
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