PRAXIS FÜR KARDIOLOGIE UND ANGIOLOGIE
JANSEN - PROBST - REISDORFF - GEIMER - COLL
ANGIOLOGIE
Schlaganfall
Kann es mich treffen?
Kann ich vorbeugen?
Kann ich mein Risiko erkennen?
Die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) ist ein generalisierter Prozess, von dem alle
Gefäßregionen betroffen sind und der bei allen Menschen auftritt. In Abhängigkeit von bestimmten
Risikofaktoren ist er mehr oder weniger stark ausgeprägt. Die Übergänge zwischen noch gesund und
schon krank sind dabei fließend. Schwerwiegende Erkrankungen treten am häufigsten bei Verkalkungen der
Hirnschlagadern (Schlaganfall), der Herzkranzgefäße (Herzinfarkt) und die Beinschlagadern (Raucherbein)
auf.
Keine Vorwarnung beim Schlaganfall - In der Regel schreitet die
Gefäßverkalkung langsam fort: Anfänglich geringgradige Engstellen nehmen immer mehr zu bis das
Gefäß schließlich komplett verschlossen ist. Das von diesem Gefäß versorgte Gewebeareal
ist dann nicht mehr durchblutet und stirbt ab. Findet dieser Prozess an den Herzkranzgefäßen statt, so
gehen dem kompletten Gefäßverschluss und damit dem akuten Herzinfarkt oft lange belastungsabhängige
Herzschmerzen oder Luftnot voraus - Warnsymptome, die den Patienten rechtzeitig zum Arzt führen. Ebenso werden
die Patienten mit Verkalkungen der Beinschlagadern vorgewarnt: Die Schmerzen beim Gehen (Claudicatio intermittens,
Schaufensterkrankheit) nehmen langsam zu und die schmerzfreie Gehstrecke wird allmählich kürzer. Ganz
anders bei den Hirnschlagadern. Hier fehlen oft die Warnsymptome - oder werden nicht richtig interpretiert - der
Schlaganfall trifft den Patienten wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Und das sind die Folgen eines Schlaganfalls:
- 500 000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall
- 20% dieser Menschen sterben daran
- 800 000 Menschen leiden an den Folgen des Schlaganfalles
- 50% davon im erwerbsfähigen Alter
- 40% sind nur mit Hilfe oder nicht mehr gehfähig
- 50% bleiben arbeitsunfähig oder lebenslang von fremder Hilfe abhängig
- 70% haben noch nach Jahren Sprachstörungen
120 000 dieser Schlaganfälle könnten durch geeignete Prophylaxe und Früherkennung vermieden werden!
Risikofaktoren für einen Schlaganfall - Die bekannten Risikofaktoren der
Arteriosklerose erhöhen auch das Risiko eines Schlaganfalles:
- Bluthochdruck
- Rauchen
- Diabetes
- hohes Cholesterin
Aber auch Patienten mit bekannter Verkalkung der Herzkranzgefäße oder der Beinschlagadern haben ein
erhöhtes Risiko.
Vorbeugung - Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden steigt mit zunehmender
Verkalkung der Hirnschlagadern. Diese lässt sich einfach und kostengünstig mit einer speziellen
Ultraschalluntersuchung erkennen. Bereits kleinste Ablagerungen werden lange bevor sie gefährlich werden
erkannt. Durch regelmäßige Kontrollen kann jede Zunahme dieser Ablagerungen frühzeitig erkannt
werden. Solange nur geringe Ablagerungen vorliegen wird konservativ behandelt, d.h. die vorhandenen Risikofaktoren
werden möglichst ausgeschaltet, es werden regelmäßige Ultraschallkontrollen durchgeführt und
gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie begonnen. Bei erheblichen Ablagerungen sollte operativ behandelt
werden. Das Risiko, beim Fortbestehen der Ablagerungen einen Schlaganfall zu erleiden, ist hier zu groß.
Praxis für Kardiologie und Angiologie - Arrenberger Str. 20 - Haus 3 (Auf dem Gelände des Herzzentrums) - 42117 Wuppertal
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