PRAXIS FÜR KARDIOLOGIE UND ANGIOLOGIE
JANSEN - PROBST - REISDORFF - GEIMER - COLL
ANGIOLOGIE
Arterienverschluss durch Entzündungen
Entzündliche Ursachen von arteriellen Verschlüssen werden unterteilt in Gefäßentzündungen
großer Gefäße und Gefäßentzündungen kleinerer Gefäße. Heute wird heftig
diskutiert, ob nicht die Arteriosklerose eine entzündliche, infektiöse Ursache hat. Angeschuldigt werden
hier immer wieder Chlamydien, die sich regelmäßig in arteriosklerotischen Plaques finden. Diese Frage ist
aber weiterhin nicht geklärt. Hier sollen kurz andere entzündliche Ursachen von arteriellen
Verschlüssen genannt werden: Zusammenfassend können diese Erkrankungen als Vaskulitiden
(Gefäßentzündungen) beschrieben werden. Man unterteilt sie zweckmäßig in:
Vaskulitiden großer Gefäße - Hierzu gehören die
Arteriitis Takayasu mit einem Befall der Halssschlagadern und der A. subclavia, die Arteriitis temporalis und die
Polymyalgia rheumatica sowie die Thrombangiitis obliterans Winniwarter Buerger.
Vaskulitiden kleinerer Gefäße - Hierzu gehören die Wegener
Granulomatose, das Churg-Strauss-Syndrom, das Kawasaki Syndrom und das Behcet Syndrom. Die entzündlichen
Gefäßverschlüsse sind alle sehr viel seltener als die Arteriosklerose. Ihre Therapie baut auf einer
Unterdrückung des entzündlichen Prozesses auf. Da es sich hierbei vermutlich um eine Autoimmunreaktion
handelt, geht die Therapie eng Hand in Hand mit den Rheumatologen.
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